Wann sind wir so dumm geworden?
- Manuela Ulrich
- 21. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Während ich mich hinsetze und auch als ich diesen ersten Satz als Überschrift tippe höre ich die Stimmen in meinem Hinterkopf: "Das kannst du doch so nicht schreiben, du darfst niemanden mit deinem Beitrag beleidigen, angreifen oder verletzen."
Nein, ich möchte wirklich niemanden beleidigen, angreifen oder verletzen, aber ich kann nichts machen - ich muss es aussprechen, wie es ist:
Sind wir wirklich so dumm geworden?
Wir - die Menschheit, die Gesellschaft, ich, du, die Anderen? Ich meine eigentlich niemanden persönlich weißt du?
Ich meine das Bild das ich sehe, das was ich wahrnehme und spüre.
In letzter Zeit habe ich nicht viel geschrieben. Ich habe auch online, in sozialen Medien nicht viel gelesen. Der Grund ist irgendwie der gleiche.
Ich vermisse das Echte.
Wo sind die Menschen geblieben?
Da wo früher Texte waren, echte Gedanken, Gefühle da ist heute KI. Da wo früher Vielfalt war klingt heute alles gleich.
Plötzlich kann jeder schreiben. Richtig gute, lange Texte. Puh. Echt jetzt?
Wer wirklich selbst schreiben kann und gerne schreibt, weiß wie viel Zeit es braucht, wie lange man manchmal sitzt und dass selbst wenn man dauerinspiriert ist, nicht jeden Tag ein neuer perfekter Text rausspringt.
Naja und trotzdem werden diese wundervollen aalglatten Texte, die vor Gedankenstrichen und KI-Floskeln nur so strotzen fieberhaft geliked, kommentiert und gefeiert.
Als ich vorhin einen Kommentar zu einem ebensolchen Beitrag gelesen habe, fragte ich mich: "Ob diese Person ihr ChatGPT wohl auch so lobt und ihre Gedanken mit ihr teilt?"
Denn ganz ehrlich, wir sprechen hier nicht wirklich mit dem Autor oder Menschen, sondern eigentlich mit einer künstlichen Intelligenz wenn wir antworten und reagieren. Und in diesem Moment war er da, der Satz in meinem Kopf:
"Wann sind wir so dumm geworden?"
Ich weiß gar nicht warum das Wort dumm in meinem Kopf war, denn ich verwende es eher selten.
Vielleicht meine ich mit dumm eher: So unreflektiert, leichtgläubig und irgendwie so fremdbestimmt?
Denn ganz ehrlich: Was wollen wir denn noch alles an KI abgeben? Das Schreiben, das Dichten, das Texten, das Komponieren? Das Entscheiden? Das Coachen und Therapieren? Die Liste ist lang.
Bye the way, ich habe nichts dagegen diese Tools für Tätigkeiten einzusetzen, die uns Zeit kosten oder dass uns Arbeit abgenommen wird - super, dafür solls gerne solche Technologien geben.
Aber warum lassen wir uns unsere Kunst stehlen? Unsere Einzigartigkeit? Unsere Vielfalt und Individualität?
Warum machen nicht weiter die Menschen Musik, die ein Talent dafür haben und schreiben diejenigen Texte, die das aus ihrer Seele oder ihrem Herzen tun?
Warum also zeigte sich all das in meinen Gedanken mit dem Aspekt der Dummheit?
Nun für mich ist es unverständlich was gerade passiert. Menschen tun Dinge nicht mehr selbst, die sie eigentlich könnten und geben damit ein stückweit ihre Unabhängigkeit und Eigenmacht ab.
Andere Menschen tun Dinge, die sie eigentlich nicht können, verkaufen diese als ihres und werden dafür gefeiert.
Andere lassen sich blenden und verlieren darin ihre Integrität.
Und all das passiert gerade einfach so nebenbei.
Nachdem ich mir hier so meine Gedanken von der Seele schreibe, denke ich mir:
"Übertreibe ich vielleicht?"
Vielleicht. Aber ich bleibe dabei. Ich möchte echte Menschen lesen, keine KI - generierten Texte.
Ich möchte Lieder hören, die von echten Menschen gesungen wurden.
Ich möchte die Seele darin fühlen.
Manuela
PS: Wie siehst du das? Findest du meine Ansicht übertrieben? Zu dramatisch? Kannst du zwischen den Zeilen fühlen, worum es mir geht und all das entdecken, das ich vielleicht nicht in Worte fassen konnte? Lass mir gerne einen Kommentar hier.




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