Leb!
- Manuela Ulrich
- 5. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Leb, was gelebt werden will. Denn was nicht gelebt wird, findet einen anderen Weg.
Manchmal kommen mir solch Sätze einfach so in den Sinn, wie obiger heute Morgen. Ich frage mich dann, was aus dem Satz werden soll. Oft sind solche Sätze der Anfang einer meiner Kreationen. Veranstaltungen, Kreise, Blogbeiträge.
In letzter Zeit habe ich sie meist schnell wieder losgelassen, nicht beachtet und nicht viel daraus weiter gewebt. Zu voll war mein Kopf, zu lang meine To-Do Liste und zu stark manche Emotionen in mir.
Heute ging das nicht so leicht. Dieser Satz wollte nicht gehen. Nein, er schickte mich direkt zum Laptop. Ohne Frühstück, ohne Morgenroutine und ohne, dass mein Kopf, mein Verstand eigentlich weiß, was jetzt kommt.
"Dieser Satz soll also ein Blogbeitrag werden, soll geteilt werden."
So folge ich dem und schlage müde und mit leeren Magen mein Notebook auf.
Leb!
Leb, was gelebt werden will. Denn was nicht gelebt wird, findet einen anderen Weg.
"Wie lebt man, was gelebt werden will? Und welchen Weg findet es denn, wenn es nicht gelebt wird?", frage ich diese innere Stimme, die mir solche Sätze schickt, in der Hoffnung, dass sie weiter erzählt.
Der Laptop piept, der Akku ist leer und ich muss wieder aufstehen um das Kabel zu suchen und anzustecken.
Möge die Inspiration, der Kontakt jetzt nicht abbrechen, damit ich hier vollenden kann, was ich begonnen habe.
Die Stromversorgung klappt wieder und ich bin bereit.
Zuerst fällt mir das Buch ein, das ich gerade lese. Darin geht es um eine Frau in den 1960er Jahren, die sich langsam aus dem angepassten Leben, das sie führt herausschält - und doch wieder nicht. Den Rest scheint ihre Tochter zu übernehmen. Sie hält sich an nichts, tut was sie will und es ist ihr dabei herzlich egal, was "die Leut`reden".
Ist das dieser Weg? Sind unsere Kinder der Weg? Fließt das, was wir eigentlich leben wollen und sollen, aber nicht tun 1:1 in unsere Kinder über? Halten sie uns den Spiegel vor? Sollten sie das? Ist das überhaupt ihre Aufgabe? Sollten wir nicht dafür die Verantwortung übernehmen, damit sie wiederum leben können, wofür sie hier sind? Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine Möglichkeit ist, wie unser "Ungelebtes" seinen Weg weiter geht. Unsere ungelebte Wut - aber auch unser Mut. Unsere ungelebte Freiheit - aber vielleicht auch die Angst, die wir immer unterdrücken.
"Gibt es noch weitere Wege?" (Du liebe innere Stimme, du Muse, du Inspiration, die mich des frühen Morgens gerufen hat)
Ich denke an Situationen, die extrem waren, mir so gar nicht gefallen - oder mir zu gut gefallen haben, besser als sie sollten. Wo ich mich gefragt habe "Wie bin ich hier hinein geraten? Warum ich? Warum jetzt?" All jene Situationen sollten sein. Sie sollten mich etwas fühlen etwas erleben lassen. Vielleicht sollten sie mich auch etwas leben lassen, das noch ungelebt war. Denn was nicht gelebt wird, findet seinen Weg, oder?
Wenn man sich weiter und tiefer in ein Thema fallen lässt kommt immer auch die Angst. Sie möchte einfach überall mitspielen. Deshalb möchte auch sie jetzt ihren Senf dazu geben. Sie fragt:
"Kann ich davon auch krank werden? Wenn das Ungelebte so stark wird, dass es einen Weg finden muss?"
"Vielleicht", denke ich. Aber wer bin ich, dass ich das entscheiden oder beantworten könnte?
Mich interessiert viel mehr, was wir tun können, damit es nicht so kommt. Damit sich keine anderen Wege auftun müssen, denn so richtig hat mir keiner dieser Wege gefallen.
"Bitte liebe Stimme, das ist schon wichtig!" (Fast flehend - und leider wissend, dass es so nie funktioniert sitze ich noch immer vorm Laptop)
WIR WISSEN ES. Wir wissen WAS gelebt werden will. Wir wissen es eigentlich ganz genau. Irgendwann. Der Druck wird größer, etwas wird unruhiger, lauter. Wir sind nur viel zu gut darin, es zu ignorieren.
Da beginnt es schon.
Vielleicht ist der erste Schritt endlich wahrzunehmen WAS gelebt werden will. Es wahrzunehmen, anzunehmen, als einen wundervollen Teil von uns und uns ihm anzunehmen. Liebevoll. Damit nichts Ungelebtes mehr seinen Weg finden muss.
Denn dann können wir entscheiden, welchen Weg es finden darf. WIE es gelebt und verkörpert werden darf.
Ob durch Hingabe oder eine mutige Entscheidung. Ob durch Loslassen oder einen Neubeginn.
Wie fühlst du dieses Thema? Was macht der erste Satz mit dir? Gibt es in dir etwas, das gerade gelebt werden möchte, aber noch keinen Weg findet?
Teile es gerne in den Kommentaren. Und wenn du tiefer eintauchen willst, begleite ich dich gerne 1:1.
Ganz viel Liebe,
eure Manuela





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