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Sisterhood

  • Autorenbild: Manuela Ulrich
    Manuela Ulrich
  • 12. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

In den letzten Tagen habe ich viel über Schwesternschaft nachgedacht. Nachdem ich seit über vier Jahren Frauenkreise leite und Frauenräume halte ist mir dieser Begriff unzählige Male begegnet. Ich habe ihn oft gelesen, gehört und immer wieder selbst verwendet.


Dieser "Begriff" ist für mich also nicht nur ein Wort oder eine Definition, er hat Bedeutung erlangt.

Er wurde für mich zu einem Ziel, einem Ideal, trug mein Wirken und Tun.

Er ist sozusagen "Fleisch geworden", hat sich entwickelt, verändert, wurde gewunden und gebeutelt und steht immer wieder neu vor mir - in einer reiferen, klareren und echteren Version.


Vielleicht denkst du, wenn du diesen Begriff im Zusammenhang von Frauenkreisen und Frauenräumen liest, dass es das schon ist:

Miteinander im Kreis sein, alles darf sein. Kein Werten, Kommentieren, Urteilen. Im Kreis sind alle gleichwertig, keine Frau steht über der anderen und alle haben gemeinsam eine schöne, wertvolle Zeit.


Wenn es nur so einfach wäre.


Dies ist ein Teil, wie wir Schwesternschaft vielleicht zelebrieren können, wie wir sie manchmal zum ersten Mal erfahren und wo wir schmerzlich feststellen, was uns bisher gefehlt hat oder "draußen" immer noch fehlt. Es ist ein wunderschöner, heiliger Raum, ein Raum der Richtung und Beginn sein kann, doch...


echte Schwesternschaft ist nicht nur ein Event, ein Programm und nichts was nur einen Abend hält.

Echte Schwesternschaft endet nicht nach einem Kreis. Dort beginnt sie erst . Im echten Leben.

Und bei dir.


Sie begleitet dich an jeden Ort, in jedem Gedanken, den du über andere Frauen hast - und in jedem Gedanken über dich selbst.


Echte Schwesternschaft ist die knallharte Wahrheit mit dir selbst. Dir völlig und ganz selbst zu begegnen und dich mit allem anzunehmen, das du bist.

Denn nur dann kannst du auch anderen Frauen auf Augenhöhe begegnen. Sie wirklich sehen.


Du kannst keine andere Frau feiern, wenn du dich nicht selbst feierst.


Schwesternschaft kann nicht leuchten, so lange dich das Licht einer anderen Frau noch blendet, anstatt dass du dir deines eigenen bewusst bist.


Echte Schwesternschaft bedeutet nicht, niemals mehr in das Muster des Vergleichs zu fallen, getriggert zu sein oder (alten) Schmerz zu fühlen. Sie bedeutet dass du achtsam bei dir hinsiehst, bevor du die Verantwortung abgibst an eine andere Frau.


In meinen Gedanken der letzten Tage zum Thema Schwesternschaft fiel mir vor allem eines auf:


Die Frauen mit denen ich diesen Begriff am stärksten fühlte, sind jene, die ganz bei sich sind. Gut mit sich. Frauen, die anderen Frauen wirklich von Herzen ihren Erfolg gönnen, ohne Angst selbst weniger erfolgreich zu sein. Frauen, die sich ihrer Einzigartigkeit und der Einzigartigkeit jeder Einzelnen von uns bewusst sind. Frauen, die sich nicht kleiner fühlen durch die Größe einer Anderen. Aber auch keine andere idealisieren und erhöhen.


Manche dieser Frauen sind schon immer oder sehr lange in meinem Leben, manche kenne ich erst kurz. Manche waren noch nie in einem Kreis, manche schon. Es spielt keine Rolle.

Echte Schwesternschaft ist eine Haltung.


Und ich weiß, es ist nicht immer leicht. Es gibt zu viel da draußen, dass uns etwas Anderes gelehrt und gezeigt hat. So tiefe Muster, so viel Schmerz. Die Schwesternwunde. Geboren und genährt durch ein patriarchales System, dessen Gift überall sein Unheil treibt.

Die eigenen Wunden, die leider viel zu leicht und schnell ihren Weg nach außen und direkt in die Projektion auf eine andere Frau fließen.

Und doch: Wir haben es in der Hand. Wir sind keine Opfer, wir sind bewusste Wesen.


Es liegt an uns, ob wir die Schwesternwunde in echte Schwesternschaft transformieren.


Es liegt an uns, wie wir diesen Begriff immer weiter weben, ihn nähren und hüten, bis er Wirklichkeit geworden ist.



An dieser Stelle möchte ich allen Frauen danken, die mir gezeigt haben, was wahre, echte Schwesternschaft ist. Ihr seid mein Fels, mein Fundament.


Manuela



 
 
 

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