Ich habe aufgehört Dinge zu wiederholen
- Manuela Ulrich
- 3. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Ich möchte den Moment leben.
Ja, ich gebe zu, dieser Satz „Lebe den Moment“ er mag abgedroschen klingen. Wir haben ihn so oft gehört, gelesen und uns vielleicht selbst gesagt. Vielleicht hast du Bücher dazu gelesen, vielleicht hast du das Gefühl, du bist bereits gut darin, den Moment zu leben, aber ich möchte dir heute gerne noch eine weitere Sichtweise aufzeigen.
Ich habe aufgehört Dinge wiederholen zu wollen.
Du kennst es vielleicht: Du hattest diesen wunderschönen Abend. Du warst tanzen, mit deiner Freundin hast du ein After Work besucht. Ihr wart so lebendig, so frei, als gehörte euch die Welt.
Die Musik war wundervoll und ihr seid mit geflossen, alles wirklich alles hat sich gut und richtig angefühlt. Ihr habt den Abend sogar noch in einer Bar verlängert. „Das müssen wir bald wieder machen“, sagt ihr euch und fixiert den nächsten Termin.
Doch als der Abend da ist, ist alles ganz anders. Ein anderer DJ und ihr Beide fließt genauso wenig, wie die Playlist des Abends. Irgendwie kommt ihr nicht so richtig in Stimmung. Und genau da passiert es: Du wartest darauf, dass es so ist wie beim letzten Mal. Irgendwie wirst du immer unrunder und als der Abend vorbei ist, gehst du sogar ein bisschen enttäuscht nachhause. Warum ist das so?
Du hast den Moment verpasst.
Du wolltest etwas wiederholen. Und währenddessen du dabei warst, etwas wiederholen zu wollen hast du nichts Neues erlebt.
Doch: Vielleicht war der Abend nicht genauso lebendig und leicht wie der letzte, aber vielleicht hätte er etwas ganz anderes Wertvolles, Besonderes sein können. Vielleicht wart ihr, du und deine Freundin in einer ganz anderen Schwingungsfrequenz, einer anderen Zyklusphase, vielleicht hattet ihr ganz andere Qualitäten im Gepäck. Vielleicht war es dran, die Tanzfläche zu verlassen und tiefe Gespräche ein wenig fernab des Getümmels zu führen.
Denn weißt du: Wenn wir versuchen zu wiederholen, dann sind wir nicht präsent, wir können den Moment nicht (er)leben und was noch viel wichtiger ist: Wir spüren uns nicht, die Energie, das Umfeld, das was es gerade wirklich braucht. Das was gerade wirklich dran ist.
Du kannst dich nicht dem Fluss des Lebens hingeben. Nicht wenn du etwas willst, wenn du etwas erwartest.
Und deshalb habe ich aufgehört Dinge wiederholen zu wollen. Bei meiner Frankreich-Reise letzten August hatte ich einen wundervollen Ausritt am Strand. Es gefiel mir so gut, dass ich an meinem letzten Vormittag nochmals den Stall besuchen wollte um erneut daran teilzunehmen. Doch dann erinnerte ich mich:
"Du willst es wiederholen."
Es war besonders, weil es das erste Mal war. Es war dieser Moment. Wenn ich versuche ihn zu wiederholen könnte es ganz anders sein. Und noch etwas geschieht: Manchmal verliert das Erlebte durch die Wiederholung seinen Zauber. Die Magie.
„Ja man darf keine Erwartungen haben“, sagt mir meine Freundin als ich ihr von dieser Erkenntnis erzähle.
Ich antworte: „Ja ich erwarte nichts und doch erwarte ich das Beste.“
Ist das nicht widersprüchlich? Nein für mich ist es das nicht.
Ich erwarte nichts Bestimmtes, aber ich rechne mit dem Besten.
Dass alles genauso kommt wie es gerade soll. Dass das Universum für mich ist. Dass ich beschenkt werde, mit was auch immer.





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